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Adolf Kröncke, Rolf Knop, Thorsten Jarck _v.links

Führungswechsel bei der Feuerwehr Engelschoff

Verabschiedung von Ortsbrandmeister Adolf Kröncke nach über 30 Jahren im Amt

Engelschoff, Samtgemeinde Himmelpforten, 19. September 2009.

Ein neues Feuerwehr-Zeitalter hat in Engelschoff begonnen. Seit dem 19. September 2009 ist die Ära Kröncke vorbei. Nachdem bereits sein Vater die Freiwillige Feuerwehr Engelschoff viele Jahre geführt hatte, stand Ortsbrandmeister Adolf Kröncke (61) über 30 Jahre an der Spitze seiner Ortsfeuerwehr.

In einer feierlichen Zeremonie im „Danz- un Klönhus“ in Engelschoff würdigten eine Reihe von Festrednern die großen Leistungen des scheidenden Wehrführers, der sich zusammen mit seiner Mannschaft über die letzten drei Jahrzehnte nicht nur um das Feuerwehrwesen in seiner Gemeinde sondern auch besonders um die Förderung der Dorfgemeinschaft verdient gemacht hat. Bei der gerade abgeschlossenen Renovierung und anfangs bereits beim Bau des Dorfgemeinschaftshauses und des Feuerwehrgerätehauses war auf Adolf Kröncke und seine Truppe immer Verlass.

Auch im Kreise der Brandschützer in der Samtgemeinde Himmelpforten war Ortsbrandmeister Kröncke eine anerkannte Führungspersönlichkeit, dessen Meinung immer gefragt war und dessen Ratschläge gern angenommen wurden. Zum Abschied wurde Adolf Kröncke zum Ehrenbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Engelschoff ernannt und erhielt aus diesem Anlass von Himmelpfortens Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke eine Urkunde.

Gemeindebrandmeister Rolf Jarck dankte in seiner Ansprache besonders der Ehefrau Herta und der Familie Kröncke für die Geduld und Hilfe, die Adolf Kröncke in seiner langen Amtszeit brauchte, um neben seiner beruflichen Tätigkeit als Landwirt noch unzählige Stunden im Dienste der Allgemeinheit leisten zu können.

Neuer Ortsbrandmeister der Feuerwehr Engelschoff ist Rolf Knop (51), der zusammen mit dem langjährigen stellvertretenden Ortsbrandmeister Thorsten Jarck das neue Führungsteam bildet. Rolf Knop wies in seiner Antrittsrede darauf hin, dass es für ihn schwer werden wird in die Fußstapfen seines Vorgängers zu treten, aber dass er das Glück habe, dass dieser ihm auch in Zukunft immer mit Rat und Tat zur Verfügung stehen werde.

Mit der Gewissheit, dass durch diesen sanften Führungswechsel weiterhin solide und beständige Feuerwehrarbeit in Engelschoff geleistet werden wird, ging die Verabschiedung des alten und die Begrüßung des neuen Brandmeisters im feierlichen und würdigen Rahmen zu Ende.

Ach so-nur eine Übung...

Alarmübung in Engelschoff
Engelschoff, 24.10.2007.

Draußen ist es dunkel, kühl, aber trocken. Der Wind kommt aus östlicher Richtung. Es ist Mittwoch, kurz nach 19 Uhr. Beste Bedingungen, um es sich in der warmen Stube gemütlich zu machen und sich eventuell im Fernsehen Europapokal-Spiele anzuschauen.

Um 19:03 Uhr löst die Feuer- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen Alarm aus. Die Sirenen in Engelschoff, Neuland, Breitenwisch, Großenwörden und Hüll heulen auf und aus den Funkmeldeempfängern erschallt die Stimme des Disponenten der Leitstelle: „Scheune brennt in Engelschoff in der Hauptstrasse Nr. 8.“

Für die freiwilligen Helfer ist damit der gemütliche Teil des Abends abrupt unterbrochen worden. Sie eilen zu den Feuerwehrgerätehäusern, besetzen die Fahrzeuge und fahren mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn Richtung Engelschoff. Die Feuerwehrleute aus Engelschoff sind natürlich die ersten an der Einsatzstelle. Obwohl es für erfahrene Feuerwehrmänner schnell erkennbar ist, dass es sich um eine Übung handelt, nehmen alle Beteiligten die Aufgabe ernst und klotzen richtig ran.

Der Gemeindebrandmeister, als Initiator der Alarmübung, hat sich bereits rechtzeitig in Stellung gebracht, um den Ablauf des Einsatzes begutachten zu können. Ein junger Feuerwehrmann aus Engelschoff ist abkommandiert worden, um als Sprechfunker im Einsatzleitfahrzeug der Samtgemeinde-Feuerwehren einen weiteren Funker der Feuerwehr Himmelpforten bei der Koordination des Sprechfunkverkehrs zwischen den einzelnen Einheiten zu unterstützen.

Wie vorgesehen rücken als nächste die Feuerwehren Neuland, Breitenwisch und Großenwörden an. Ihre Aufgabe ist es eine Schlauchleitung von einem Hydranten an der Hauptstrasse bis zu einem Gehöft in etwa 800 Meter Entfernung zu legen, um eine Versorgung mit Löschwasser herzustellen. Von einer Saugstelle an einem Graben wird eine weitere Schlauchleitung verlegt und das Wasser mittels Tragkraftspritze gefördert. Insgesamt werden etwa 1200 Meter Schläuche in der spärlich aufgehellten Dunkelheit verlegt und vier Pumpen betrieben.

Die Ortsfeuerwehr Hüll aus der Gemeinde Drochtersen ist derweil ebenfalls zur Unterstützung angerückt. Vom Dachboden einer Scheune sollen Personen gerettet werden. Feuerwehrmänner rüsten sich mit Atemschutzgeräten aus, ein Stromaggregat wird in Betrieb gesetzt, um die Einsatzstelle auszuleuchten, und eine Steckleiter wird in Stellung gebracht. Atemschutzgeräteträger steigen die Leiter hinauf, um auf dem Dachboden nach Personen zu suchen, während andere Feuerwehrkameraden mittlerweile die Wasserversorgung aufgebaut haben und aus Strahlrohren mit Wasser gegen das imaginäre Feuer ankämpfen.

In der Zwischenzeit hat der Gemeindebrandmeister mehrere hundert Meter zu Fuß mit einem Feuerwehrmann als Melder im Schlepptau zurückgelegt, um sich an den verschiedenen Orten des Geschehens selbst davon zu überzeugen, dass alles seinen geordneten Gang geht. In Gesprächen mit den einzelnen Ortsbrandmeistern und Gruppenführern werden Vorgehensweisen abgestimmt und kleinere Probleme behoben.

Hilfsbedürftige Personen werden über die Leiter gerettet und aus allen Rohren strömt das Löschwasser. Der Ostwind treibt das Sprühwasser von den Wasserfontänen, die die Strahlrohre produzieren, quer übers Gelände und löst einen Vorgeschmack auf künftige Herbststürme aus.

Nach etwa eineinhalb Stunden ist das Ziel der Übung erreicht und der Befehl zum Abrücken wird erteilt. Das große Aufräumen beginnt und hunderte Meter nasser Schläuche müssen wieder aufgewickelt und verladen werden. Tragkraftpumpen werden wieder verladen, Scheinwerfer ausgeschaltet und eingepackt. Nachdem alle ihre Ausrüstung wieder eingesammelt und verstaut haben, fährt der Feuerwehr-Konvoi zur Reithalle in Engelschoff.

Ortsbrandmeister Adolf Kröncke von der Feuerwehr Engelschoff und Gemeindebrandmeister Rolf Jarck bedanken sich für das Engagement, die Unterstützung und die gezeigten Leistungen und freuen sich, dass bei der Übung keiner zu Schaden gekommen ist. Die Ortsfeuerwehr Engelschoff lädt die versammelten Kameraden zu Bratwurst und Getränken ein, was von den Übungsteilnehmern dankend angenommen wird.

Und während die Europapokalspiele im Fernsehen in die Nachspielzeit gehen, treten die müden Recken den Rückweg zu den heimischen Feuerwehrgerätehäusern an.

Wieder einmal lief ein Tag anders als erwartet ab, aber damit rechnet ein jeder Feuerwehrmann jederzeit. Und wenn er dann am nächsten Morgen beim Bäcker gefragt wird, wo es gestern gebrannt hat, antwortet er, dass es eine Übung war, und er wird hören: „Ach so, nur eine Übung.“



Fotos von der Alarmübung in Engelschoff in der Galerie.
Copyright Fotos: Freiwillige Feuerwehr Himmelpforten / R. Hillyer-Funke.

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