Neues Sp(r)itzen-Team in Breitenwisch
Beim letzten Kreisfeuerwehrverbandstag des Kreisfeuerwehrverbands Stade wurde Detlef Fick als der neue Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Breitenwisch vorgestellt. Bisher stand Uwe Mikat an der Spitze der Ortsfeuerwehr. Nach zwölf Jahren als Brandmeister von Breitenwisch entschloss sich Uwe nicht für eine neue Amtszeit zu kandidieren. Detlef, der bisher Stellvertretender Ortsbrandmeister war, wurde in die Spitzenposition gewählt. Somit musste auch der Stellvertreter-Posten neu besetzt werden. In dieses Amt wurde Hauke Jarck gewählt. Nachdem die Ortsfeuerwehr Breitenwisch bereits im vergangenen Jahr ein neues Löschfahrzeug vom Typ TSF erhielt, zeigt sich die Feuerwehr Breitenwisch jetzt fast rundum runderneuert.
Alle Feuerwehrkameraden der Feuerwehren der Samtgemeinde Himmelpforten begrüßen das neue Führungsteam der FF Breitenwisch und wünschen viel Glück und Geschick bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Dem ehemaligen Ortsbrandmeister Uwe Mikat wünschen wir alles Gute für seinen „Ruhestand“ als aktives Feuerwehrmitglied.
Foto: Das neue TSF und das Spitzen-Team der FF Breitenwisch.Von links nach rechts: Stellvertreter Hauke Jarck, Uwe Mikat und der neue OrtsBm Detlef Fick
Sie fuhren Ford und kamen im Opel zurück
Feuerwehr Breitenwisch auf TSF-Expedition
Erst der ruckelnde, ächzende Zug von Himmelpforten nach Hamburg, dann mit dem feinen, schnellen „Eis- Train “ (ICE- Zug) vollklimatisiert mit 258 km/h zum neuen Berliner Hauptbahnhof, weiter mit der Regio-Bahn (klimatisiert) nach Cottbus und schließlich mit dem modernen Schienenbus (klimatisiert) zum Bahnhof Görlitz.
Schon sauste der überaus freundliche Vertriebsbeauftragte Herr Grudda mit seinem flotten Alfa Romeo heran und brachte uns in ein nettes Hotel in der Görlitzer Altstadt. Nach kurzer Verschnaufpause einigte man sich auf einen kurzen Fußmarsch durch Görlitz um die Gehapparate nach dem Sitzmarathon auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.
Zweimal rechts abgebogen und einmal links herum und schon waren wir nach zweihundert Metern auf der Brücke über die Lausitzer Neiße in Görlitz auf dem Weg nach Zgorzelec.
Neben der Grenzkontrollestelle stand auf einem Schild:
„Welcome to Poland “. „Willkommen in Poland, “ murmelte ein Expeditionsteilnehmer.
„Was für ein Land ? Po-Land ? “
„Willkommen in Polen !“
„Sag das doch gleich! Nichts wie hin.“
Eigentlich sollte nur das neue Tragkraftspritzenfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Breitenwisch abgeholt werden – und schon waren wir auf polnischem Staatsgebiet. Nein, das Fahrzeug stand nicht in Polen, aber als Fußgänger in Zivil kann man sich schon mal eine kleine kulturelle Grenzübertretung erlauben.
Drei Dinge sind zur Zeit günstig in Polen: das eine füllt man preisgünstig in den Tank, das zweite steckt man brennend in den Mund und das dritte steckt Mann sonst wohin.
Wir schauten uns schnell in Zgorzelec in Polen um und betrachteten die deutsche Stadt Görlitz vom Ostufer der Lausitzer Neiße.Eine völlig neue Grenzerfahrung für drei Feuerwehrkameraden aus Breitenwisch und zwei aus dem Rest der Samtgemeinde Himmelpforten. Mal eben von Niedersachsen in die Oberlausitz nach Sachsen, kurz nach Polen und zurück.
Görlitz - Zgorzelec nennt sich Europastadt im Herzen Europas und beschreibt sich im Internet selbst folgendermaßen:
„Die deutsch-polnische Doppelstadt liegt im Zentrum des Dreiländerecks zwischen Deutschland, Polen und Tschechien, der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa. Hier treffen Welten aufeinander, hier geht es um entdecken, erfahren und erleben unterschiedlicher Kulturen.
Görlitz-Zgorzelec ist Sinnbild für das neue Europa und Inbegriff einer europäischen Kulturstadt: Es steht für die Idee, eine Stadt zweier Nationalitäten zu schaffen als Modellfall des europäischen Einigungsprozesses. Sinnbild des Brückenschlags zwischen beiden Nationen und Kulturen ist die Neuerrichtung der 1945 zerstörten Altstadtbrücke über die Neiße im Jahre 2004.
Görlitz und Zgorzelec sind eine Stadt, die mit der Erweiterung der Europäischen Union von einer Randlage ins Zentrum gerückt ist und künftig ein Stück des neuen Europas bildet: From the middle of nowhere to the heart of Europe.“
Empfehlenswert ist die Stadt Görlitz allein schon wegen ihrer historischen Altstadt. Eine große Anzahl von Gebäuden hat die Jahrhunderte fast unbeschadet überstanden und lädt Besucher zu einem Rundgang ein.Für die Besucher aus Breitenwisch und Himmelpforten war die Kultur nette Begleiterscheinung.
Ziel der Reise war das Werk der Brandschutztechnik GmbH in Görlitz, welches zur Iveco Magirus Unternehmensgruppe gehört. Dort wird das Magirus TSF auf Basis des Opel Movano hergestellt. Bereits während der Interschutz in Hannover 2005 wurde ein solches Fahrzeug begutachtet, ausgewählt und dann von der Samtgemeinde Himmelpforten für die Ortsfeuerwehr Breitenwisch bestellt und bezahlt - wahrlich ein feiner Zug der Samtgemeinde Himmelpforten.
Nach einer hervorragenden Betreuung durch den Vertriebsbeauftragten mit Stadtführung erfolgte dann am folgenden Tag eine ausführliche Begehung der Betriebsstätte. Die Technik und Firmenphilosophie von Iveco Magirus wurde uns Besuchern in den Werkhallen anhand der sich im Bau befindlichen Fahrzeugaufbauten demonstriert. Nach einer gründlichen Vorführung des erworbenen Fahrzeugs und Abarbeitung einer genauen Checkliste sowie nach einer Probefahrt ging es dann auf die lange Heimreise nach Norden.
Nach einer Grundversorgung mit einigen Litern Mineralwasser wurde die fast siebenhundert Kilometer lange Tour bei großer Sommerhitze angetreten. Der serienmäßig eingebaute Tempomat erwies sich für die lange Autobahnreise als äußerst nützlich. Allein die Tatsache, dass die Höchstgeschwindigkeit aus gesetzlichen Gründen auf etwa 120 km/h begrenzt ist, war schade. Dem Motor merkte man seine Kraftreserven an, aber ab dem bestimmten Punkt half das Treten des Gaspedals überhaupt nicht mehr.
Die Fahrt führte an Dresden, Leipzig, Halle, Magdeburg, Braunschweig, Hannover vorbei bis nach über acht Stunden das Feuerwehrgerätehaus in Breitenwisch erreicht wurde.
Im Gepäck befand sich auch eine neue Tragkraftspritze für die Ortsfeuerwehr Großenwörden, die sogleich nach erster Begutachtung des neuen Breitenwischer Fahrzeugs freudig in Empfang genommen wurde.
Genauso erfreut waren natürlich die Breitenwischer Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden als sie das neue Einsatzfahrzeug in ihrem Ort begrüßen durften.
Anstatt langwierig technische Daten zu präsentieren, sollen an dieser Stelle nur einige Bilder präsentiert werden, zumal das neue Fahrzeug erst noch offiziell in einer Feierstunde übergeben werden soll.
Die Feuerwehren Wedel und Breitenwisch sind nach unseren Informationen die ersten Feuerwehren im Kreis mit derartigen TSF. Aufgrund seiner Bauart kann vermutet werden, dass in Zukunft noch ein paar mehr TSF Opel Movano Magirus im Landkreis Stade auftauchen werden.
Im Anhang jetzt die ersten Fotos vom neuesten Einsatzfahrzeug in der Samtgemeinde Himmelpforten.
Und ein Foto-Vergleich: Florian Stade 35/21 – Ford Transit zu Opel